Mit Strategie zur Praxisgründung
2023 gründete Nicolai Berardi die Sweazy ePraxis in Steinhausen im Kanton Zug. Zunächst arbeitete er allein, inzwischen gibt es drei weitere Kolleg:innen im Fachbereich Allgemeine Innere Medizin. Die Praxis ist eine reine Telemedizinpraxis und hat sich auf moderne Präventionsdiagnostik (Schlafapnoe-Screening, 24-Stunden-Blutdruckmessung) und Phytotherapie spezialisiert. Ein Schwerpunkt liegt dabei in der medizinischen Behandlung mit Cannabis.
Der Weg in die eigene Telemedizinpraxis
Nicolai Berardi arbeitete als angestellter Arzt, bevor der Wunsch nach einer Praxisgründung aufkam. Seine Beweggründe: «Die Geschwindigkeit der Innovation, die im Moment in der Medizin stattfindet, hinkt im Spital einfach hinterher. Als selbständiger Arzt kann man neue Dinge viel viel schneller adaptieren.» Darum ging er neben seiner Arbeit am Spital die Vorbereitungen zur Praxisgründung an und hatte dabei einige Hürden zu bewältigen:
«Das wirklich Mühsame ist diese unendliche Bürokratie, bis man endlich seine Praxisbewilligung hat. Für diese sogenannte Berufsausübungsbewilligung braucht man schon unzählige Dokumente. Man muss sogar ein Konzept über die Räumlichkeiten einreichen. Das heisst, man muss Räume mieten, lange bevor man die Praxis überhaupt eröffnen kann. Für die Bewilligung zur Abrechnung mit der Krankenkasse OKV sind fast die gleichen Dokumente nochmal einzureichen. Es ist viel doppelte Arbeit: Mitgliedschaften, Bewilligungen, Stempel, Strafregisterauszüge, Konzepte, Qualitätsmanagementsystem (QMS). Sobald man Angestellte hat, kommt dann noch das ganze Thema Pensionskasse, Arbeitslosenversicherung, Erwerbslosenkasse, Invalidenversicherung, Buchhaltung, Abrechnung, Lohnausweise und so weiter dazu. Das ist schon viel Aufwand.»
So gelang die Praxisgründung
In der Bewältigung der Schritte bis zur Praxiseröffnung profitierte Nicolai Berardi von einem MBA-Studium, das er nach dem Medizinstudium absolviert hatte. Doch auch ohne diese Spezialkenntnisse können Ärzt:innen die Gründung angehen. «Es gibt Beratungsangebote und Checklisten von der FMH, z. B. FMH Services. Bei Fragen zu einem bestimmten Dokument, kann man sich dort melden. Auch direkt bei der Stelle, bei der man etwas beantragen will, gibt es Leute, die einem gern weiterhelfen. Das sollte man unbedingt nutzen, statt zu versuchen, irgendwie zu wursteln», empfiehlt Nicolai Berardi. Hilfreich sei auch der Austausch mit Kollegen, die an einem ähnlichen Punkt stehen oder bereits erfolgreich eine Praxis gegründet haben. Daneben gebe es zwar die Möglichkeit, sich von einer Consulting-Firma unterstützen zu lassen. Allerdings habe es Vorteile, das Ganze selbst anzugehen, sagt Nicolai Berardi: «Ich weiss jetzt zum Beispiel beim QMS, wie ich neue Prozesse anlege. Genau so ist das auch bei der Praxissoftware. Wenn man die nicht selbst einrichtet, fehlt einem der Einblick.»
Warum tomedo?
Für die digitale Praxisverwaltung nutzte Nicolai Berardi zunächst die Gratislösung der Ärztekasse, stiess damit aber schnell an Grenzen. «Ich wollte individuell auch Anpassungen machen können, ohne dafür auf den Support zurückgreifen zu müssen. In tomedo® kann man eigene Formulare erstellen, eigene Workflows abbilden», sagt er über seine Gründe für den Wechsel. Wichtig war ihm insbesondere die Integration digitaler Prozesse, wie Videosprechstunde, Kalendersynchronisation, Terminerinnerungen oder Patientenfragebogen. «Im Gegensatz zur Praxisgründung selbst war der Start mit tomedo® völlig unkompliziert.»

Prakt. med. MBA-HSG Nicolai Berardi
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin

